Kirchliche Betriebe

Altenpflegehelferinnen sind Diakonie weniger wert

Altenpflegehelferinnen sind Diakonie weniger wert

ver.di fordert Rücknahme der Lohnabsenkung
Diakonie ver.di-NRW Diakonie

Als unanständig und nicht nachvollziehbar bezeichnete die Gewerkschaft ver.di den Beschluss der Arbeitsrechtlichen Kommission Rheinland-Westfalen-Lippe, wonach Altenpflegehelferinnen der Diakonie in NRW künftig eine Entgeltgruppe niedriger eingruppiert werden. Bisher wurden die Pflegekräfte bei der Diakonie genauso bezahlt, wie ihre Kolleginnen in einer kommunalen Altenpflegeeinrichtung. Nach sechs Jahren verdient eine Pflegehelferin nach dem Tarif im öffentlichen Dienst 2.166 Euro. Bei der Diakonie sind es künftig 166 Euro weniger.

„Dass die betroffenen Mitarbeiterinnen nun sogar die ihnen eigentlich zustehende Lohnerhöhung von 3,5 Prozent nicht bekommen sollen, ist niemandem mehr vermittelbar, sagte Sylvia Bühler, Leiterin des ver.di Landesfachbereichs Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen. Ursache sei die geltende Besitzstandsregelung, die dazu führe, dass die Differenz zur alten Entgeltgruppe abgeschmolzen werde. „Für die Kolleginnen bedeutet das: keine Lohnerhöhung in 2012 sowie die Kürzung der Besitzstandszulage bei jeder weiteren Entgeltanhebung“.

Die Botschaft, die von dieser Kürzung ausgehe, sei abwertend und fatal. „Wir können die Arbeit mit Pflegebedürftigen und verwirrten alten Menschen doch gar nicht genug wertschätzen. Die Pfleghelferinnen verbringen die meiste Arbeitszeit direkt mit den Bewohnern, sie sind oft ihre ersten Ansprechpartnerinnen“, betonte Bühler.

Von der Absenkung sind auch noch andere Berufsgruppen betroffen. Besonders hart trifft es die Mitarbeiterinnen in der Hauswirtschaft. Bei langjährig beschäftigten beträgt der Unterschied hier künftig bis zu 407 Euro im Monat.

ver.di fordert die diakonischen Arbeitgeber auf, umgehend wieder das bisherige Vergütungsniveau anzuwenden. Wenn es bei der Absenkung bleibe, sei das zum Schaden der unmittelbar betroffenen Arbeitnehmerinnen und mache insgesamt Druck auf das Einkommensniveau in der Pflege. In NRW ist die Diakonie einer der größten Arbeitgeber im Sozialbereich.

Möglich gemacht hat diese Abgruppierung das spezielle Arbeitsrecht der Kirchen. Bisher verweigert die Diakonie mit ver.di Tarifverträge zu verhandeln. Stattdessen entscheidet sie „hinter verschlossenen Türen“ und ohne Öffentlichkeit. Im November wird sich das Bundesarbeitsgericht mit dem Thema befassen.