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Annäherung in der dritten Verhandlungsrunde: Verbessertes Angebot …

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Annäherung in der dritten Verhandlungsrunde: Verbessertes Angebot der Arbeitgeber!

Tarifrunde AWO NRW 2016/2017
Tarifrunde AWO NRW 2016/2017 ver.di Tarifrunde AWO NRW 2016/2017


In der dritten Verhandlungsrunde der Tarifverhandlungen AWO NRW haben sich die Positionen der Tarifvertragsparteien deutlich bewegt und genähert. Eine Tarifeinigung scheint möglich.
Nach einem langen Verhandlungstag am 13.02.2017 in Dortmund gibt es folgenden Verhandlungsstand:

1. Erhöhung der Monatstabellenentgelte für alle Beschäftigte und der Auszubildenden-Vergütung für die Zeit vom 01.12.2016 bis 30.11.2018

  • Ab 01.01.2017 um 2,35 % / Auszubildende plus 35 Euro
  • Ab 01.11.2017 um 2,40 % / Auszubildende plus 30 Euro

  • Erste Bewertung ver.di:
    Durch die höhere prozentuale Steigerung zum Anfang der Laufzeit (von 2,0 % auf 2,35%) und die Veränderung und Verkürzung der Laufzeit (von 27 Monate auf 24 Monate) verbessern sich die Einkommenssteigerungen gegenüber dem ersten Angebot nicht unerheblich. Das ist ein richtiger Schritt. ver.di hat eine weitere Verkürzung der Laufzeit vorgeschlagen. Dazu wollen sich die Arbeitgeber noch vor der nächsten Verhandlungsrunde äußern.


2. Erste Abweichung von der allgemeinen Entgelterhöhung Entgelterhöhung für Pflegefachkräfte in der Altenpflege (ab Kr 7a)

  • Übernahme der Werte aus der neuen Tabelle „Pflege“ des TVöD (P-Tabelle)
  • Ab 01.01.2017 die Werte der P-Tabelle aus Januar 2017
  • Ab 01.11.2017 die Werte der P-Tabelle ab Februar 2017
  • Angebot einer zusätzlichen Verhandlungsverpflichtung zur Übernahme der ab 01.03.2018 im TVöD zu er-wartenden Entgelterhöhungen

  • Erste Bewertung ver.di:
    Die Einführung der Pflege-Tabelle in den TV AWO NRW ist ein von uns lange geforderter Schritt. Die Arbeit in der AWO ist genau so viel Wert wie die Arbeit im öffentlichen Dienst. Die Stufe 1 fällt mit der Einführung der P-Tabelle in den Entgeltgruppen KR 7a bis KR 12a weg. Die Übernahme von Leitungsverantwortung wird besser bezahlt. Jüngere Beschäftigte werden besser bezahlt. Die vollständige Gleichstellung mit dem öffentlichen Dienst muss in den Verhandlungen über die neue Entgeltordnung erreicht werden.


3. Zweite Abweichung von der allgemeinen Entgelterhöhung Entgelterhöhung für Erzieher*innen und Leitungen in Kitas

  • Erzieher*innen in Kitas, die jetzt in der EG 6 eingruppiert sind und bisher eine Zulage in Höhe von 130,00 Euro monatlich erhalten, sollen in die EG 8 höhergruppiert werden. Die Zulage entfällt dann.
  • Für Kita-Leitungen und stellvertretende Kita-Leitungen sollen für einen befristeten Zeitraum höhere monatliche Bezahlungen vereinbart werden, als in der normalen Entgelttabelle vorgesehen sind. Damit soll die Leitungstätigkeit anerkannt werden. Diese Regelung soll befristet bis zur Einführung der neuen Entgeltordnung gültig sein. Die bisherigen Eingruppierungsregelungen bleiben bis dahin unverändert. Die höheren Tabellenwerte sollen aus dem Arbeitgeberangebot vom 09.01.2017 entnommen werden. Dabei wird jetzt aber auf die Zahl aller unterstellten Beschäftigten in der Kita Bezug genommen, nicht nur auf die unterstellten pädagogischen Fachkräfte.

  • Erste Bewertung ver.di:
    Mit der Höhergruppierung der Erzieher*innen in Kitas von der EG 6 in die EG 8 wird eine Ungerechtigkeit aus der Zeit der Gründung des TV AWO NRW endlich behoben. Gleiche Arbeit wird auch mit gleichem Lohn bezahlt, egal wann man eingestellt worden ist. Eine erhöhte Bezahlung der Leitungstätigkeit ist die Anerkennung der Leitungsverantwortung. Die Gleichstellung aller pädagogischen Fachkräfte bei der AWO (also auch in der Behindertenhilfe und in allen anderen Bereichen) muss mit der neuen Entgeltordnung vollzogen werden.


4. Freie Tage für ver.di-Mitglieder

  • Es soll zwei zusätzliche freie Tage für ver.di-Mitglieder geben. Je einen Tag für die Jahre 2017 und 2018.
  • Den Anspruch auf diese freien Tage sollen alle Beschäftigte bei der AWO in NRW haben, die zum Zeitpunkt der Tarifeinigung bzw. einige Wochen danach, ver.di-Mitglieder sind. Der genaue Stichtag muss noch festgelegt werden.

  • Erste Bewertung ver.di:
    Mit der erneuten Vereinbarung der zusätzlichen freien Tage für ver.di-Mitglieder wird das Engagement der Gewerkschaftsmitglieder für den Tarifvertrag bei der AWO in NRW anerkannt. Die Arbeitgeber geben allen Beschäftigten der AWO NRW die Leistungen aus dem Tarifvertrag. Das müssen sie nicht. Den Rechtsanspruch haben nur Gewerkschaftsmitglieder. Ziel der Arbeitgeber ist es, die Zahl der Gewerkschaftsmitglieder in ihren Betrieben klein zu halten. Motto: Eine Gewerkschaftsmitgliedschaft braucht niemand, es bekommt ja jeder die Tarifleistungen. Aber ohne eine starke ver.di gäbe es keinen Tarifvertrag und auch keine Tariferhöhungen. Die Gewerkschaftsmitglieder sorgen für Einkommenszuwächse und sozialen Frieden. Das anzuerkennen ist richtig.


5. Einführung einer neuen Entgeltordnung

  • Die Verhandlungen über die neue Entgeltordnung sollen schon am 01.04.2017 beginnen. Ziel ist es, die neue Entgeltordnung ab dem 01.01.2018 in Kraft zu setzen.

  • Erste Bewertung ver.di:
    Es ist gut, dass auch die Arbeitgeber die dringende Notwendigkeit einer neuen Entgeltordnung (Eingruppierungsregelungen) zum TV AWO NRW jetzt anerkennen und bereit sind, dazu konkrete und verbindliche Vereinbarungen zu treffen. Die alten Eingruppierungsregelungen zum BMT-AW II, dem bis zum 31.12.2006 gültigen Bundesmanteltarifvertrag für die AWO, können die heutige Arbeitswelt nicht mehr abbilden. Der öffentliche Dienst hat eine neue Entgeltordnung zum TVöD abgeschlossen. Daran muss sich die AWO NRW messen lassen. Viele Ungerechtigkeiten und Unklarheiten in der Bezahlung der Beschäftigten der AWO in NRW können nur mit einer neuen Entgeltordnung beseitigt werden.


Diesen Verhandlungsstand wird die ver.di-Tarifkommission am 20.02.2017 beraten.
Die 4. Verhandlungsrunde ist für den 08.03.2017 verabredet.

Nur eine starke Gewerkschaft kann gute Tarifverträge verhandeln!
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